Funnels sind einfach ein absolutes Muss: Interessenten bewegen sich von Aufmerksamkeit über Interesse bis hin zur Kaufentscheidung. Das ist ein komplexer Prozess mit mehreren Etappen und ja, dabei kann einiges schiefgehen, denn…
Marketing erzeugt Aufmerksamkeit am oberen Ende des Funnels. Vertrieb übernimmt potenzielle Kunden weiter unten im Prozess und führt Gespräche, die schließlich zu Abschlüssen führen. Auf den ersten Blick scheint damit bereits ein funktionierendes System zu existieren.
Doch in der Praxis zeigt sich häufig ein anderes Bild. Viele Unternehmen besitzen zwar einen Funnel, aber kein funktionierendes Umsatzsystem.
Was ein Funnel eigentlich beschreibt
Ein Funnel beschreibt in erster Linie eine Perspektive auf den Kaufprozess von Kunden.
Er zeigt, wie viele potenzielle Interessenten sich in unterschiedlichen Phasen befinden, zum
Beispiel:
1. Aufmerksamkeit
2. Interesse
3. Bewertung
4. Kaufentscheidung
Diese Darstellung kann durchaus hilfreich sein, um Marketingmaßnahmen zu strukturieren oder Vertriebspipelines zu visualisieren.
Der Funnel beschreibt jedoch lediglich eine Entwicklung innerhalb der Nachfrage. Er sagt wenig darüber aus, wie diese Nachfrage tatsächlich entsteht oder wie sie systematisch gesteuert werden kann.
Warum Funnels falsch eingeschätzt
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Funnel als vollständiges Umsatzmodell zu betrachten.
Viele Unternehmen konzentrieren sich stark darauf, den oberen Bereich des Funnels zu füllen. Marketing soll möglichst viele Interessenten generieren, damit am Ende ausreichend Opportunities entstehen.
Doch ein voller Funnel garantiert noch keinen funktionierenden Umsatzprozess.
Wenn beispielsweise:
- Nachfrage nicht klar qualifiziert wird
- Übergaben zwischen Marketing und Vertrieb unklar sind
- Vertriebsprozesse nicht strukturiert dokumentiert werden
... dann bleibt der Funnel lediglich eine Visualisierung, nicht jedoch ein steuerbares System.
Der Unterschied zwischen einem Funnel und einem Umsatzsystem
Ein Umsatzsystem geht deutlich über den klassischen Funnel hinaus.
Während der Funnel vor allem den Weg eines potenziellen Kunden beschreibt, beschäftigt sich ein Umsatzsystem mit der gesamten Struktur hinter diesem Prozess.
Ein Umsatzsystem beantwortet unter anderem folgende Fragen:
- Wie entsteht Nachfrage im Markt?
- Über welche Kanäle wird sie aufgebaut?
- Wie wird Nachfrage qualifiziert?
- Wie werden Vertriebsprozesse gesteuert?
- Welche Daten ermöglichen eine verlässliche Umsatzplanung?
Der Funnel bildet nur einen kleinen Teil dieses Systems ab.
Wenn Funnels isoliert betrachtet werden
In vielen Organisationen arbeiten Marketing und Vertrieb mit unterschiedlichen Modellen.
Marketing konzentriert sich auf den oberen Funnelbereich. Ziel ist es, möglichst viele Kontakte oder Leads zu generieren. Vertrieb arbeitet hingegen mit einer eigenen Pipeline-Struktur, die sich auf Opportunities, Angebote und Abschlüsse konzentriert.
Zwischen beiden Modellen besteht jedoch oft keine klare Verbindung.
Die Folge ist ein Umsatzprozess, der zwar visuell dargestellt werden kann, aber nur begrenzt steuerbar ist.
Warum skalierbares Wachstum ein Umsatzsystem erfordert
Gerade wenn Unternehmen wachsen möchten, reicht ein Funnelmodell nicht mehr aus.
Mit steigender Anzahl an Leads, Opportunities und Deals wird es immer wichtiger, den gesamten Umsatzprozess zu strukturieren.
Ein skalierbares Umsatzsystem umfasst daher mehrere Ebenen:
- Nachfrageaufbau über Marketingkanäle
- strukturierte Qualifizierung von Opportunities
- klar definierte Vertriebsprozesse
- transparente CRM-Datenstrukturen
- Rückkopplungen aus Kundenprojekten
Erst wenn diese Elemente miteinander verbunden sind, entsteht ein System, das sich tatsächlich skalieren lässt.
Die Rolle von Daten im Umsatzsystem
Ein weiterer Unterschied zwischen Funnels und Umsatzsystemen liegt in der Nutzung von Daten.
Ein Funnel zeigt meist nur aggregierte Zahlen, etwa die Anzahl von Leads oder Opportunities in bestimmten Phasen.
Ein Umsatzsystem hingegen analysiert deutlich detaillierter:
- welche Kanäle Nachfrage erzeugen
- wie sich Opportunities durch den Vertriebsprozess bewegen
- welche Faktoren Abschlussquoten beeinflussen
Diese Informationen ermöglichen eine deutlich präzisere Steuerung von Umsatzentwicklung.
Warum viele Unternehmen beim Funnel stehen bleiben
Der Funnel ist ein leicht verständliches Modell. Er lässt sich schnell visualisieren und vermittelt den Eindruck von Struktur.
Gerade deshalb bleiben viele Organisationen auf dieser Ebene stehen.
Doch sobald Wachstum planbar werden soll, zeigt sich, dass ein Funnel allein nicht ausreicht. Unternehmen müssen verstehen, wie Nachfrage entsteht, wie sie qualifiziert wird und wie sie sich systematisch in Umsatz übersetzen lässt.
Genau an diesem Punkt beginnt die Entwicklung eines echten Umsatzsystems.
Was das für dein Unternehmen bedeutet
Funnels können helfen, den Weg potenzieller Kunden zu visualisieren. Sie zeigen, wie Interessenten sich durch verschiedene Phasen eines Kaufprozesses bewegen.
Ein Funnel allein bildet jedoch noch kein vollständiges Umsatzmodell.
Unternehmen, die nachhaltiges Wachstum erreichen möchten, benötigen ein umfassenderes Umsatzsystem, das Nachfrageaufbau, Vertriebsprozesse und Datenstrukturen miteinander verbindet.
Erst wenn diese Elemente ineinandergreifen, wird Umsatzentwicklung tatsächlich steuerbar und skalierbar.